Stadt soll die NS-Geschichte ihrer Ämter, Krankenhäuser, Eigenbetriebe und Einrichtungen erforschen

In Stuttgart gibt es einen breiten Konsens, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wach gehalten werden soll und dass dies auch eine unstrittige Aufgabe städtischer Kulturpolitik ist. Doch die Auseinandersetzung der Stadt Stuttgart und der Stadtverwaltung mit ihrer eigenen Rolle im Nationalsozialismus blieb bisher weitgehend ausgespart.

Erst das  2016 erschienene Buch von Karl-Horst Marquart „Behandlung empfohlen“ sowie die Kontroverse um die Gedenktafel, die an die Krankenmorde in  der ehemaligen „Kinderfachabteilung“ im Städtischen Kinderkrankenhaus in der Türlenstrasse erinnern soll, verschaffte der Frage nach der Rolle der Stadt Stuttgart, ihrer Ämter und Krankenhäuser und anderer Einrichtungen in der NS-Zeit neue Aufmerksamkeit.

Jetzt soll diese Gedächtnislücke geschlossen werden. Die Gemeideratsfraktionen der SPD, der Grünen und SÖS-LinkePlus haben einen entsprechenden Antrag gestellt.

Sie beantragen:
„Die Verwaltung legt zu den Haushaltsberatungen 2018/2019 dem Gemeinderat dar, wie die systematische Erforschung der NS-Geschichte der Stadt Stuttgart, ihre Ämter, Krankenhäuser. Eigenbetriebe und Einrichtungen stufenweise behandelt werden kann. Dabei soll auch erläutert werden, wie ehrenamtliche Forschende mit einbezogen werden. In einem ersten Schritt soll die Gesundheits- und Sozialbehörde unter Berücksichtigung der politischen Entscheidungsgremien als erster Forschungsbereich untersucht werden. Als weiteres Thema soll auch die Arisierung in Stuttgart untersucht werden, bei der die Stadt eine wichtige Rolle gespielt hat.“

Den vollständigen Text des Antrags finden Sie hier: Antrag_NS-Geschichte_interfraktionell