„Nur Erinnerung, die schmerzt, wird bewegen“
Tim Schleider, Leiter des Kulturressorts der Stuttgarter Zeitung, plädiert in seinem Zeitungsartikel anlässlich der Eröffnung der „Topographie des Terrors“ in Berlin für authentische Erinnerungsorte...„in Gestalt all jener Schreckensorte, an denen Menschen gelitten haben, an denen ihre Existenz ausgelöscht wurde: Die Konzentrations- und Vernichtungslager mit ihren heutigen Gedenkstätten, dazu die früheren Schaltzentralen der Macht. Eine dieser Schaltzentralen war das Prinz-Albrecht-Palais mit den Hauptkommandos von Geheimer Staatspolizei und SS; hier […] wurden mehrere tausend Menschen inhaftiert, gequält, gefoltert. In den Prachtetagen darüber wurde die Unterdrückung und Vernichtung aller sogenannten „inneren und äußeren Feinde" geplant und beordert. Wer auf diesem Gelände heute unterwegs ist - das ist seit seiner „Besetzung" durch eine Bürgerinitiative 1987 möglich -, wer hier zwischen Grundmauerresten und Zellenfundamenten vorsichtig einen Weg sucht, der wird ganz automatisch still und nachdenklich. Denn hier wird konkret, was an anderer Stelle durch eine Stele nur behelfsmäßig zu symbolisieren ist.
Im Übrigen [benennt] die Ausstellung „Topographie des Terrors“ […] die Täter am Ort ihrer Taten. […] Wir sind immer nur im ganz Konkreten zu berühren, am Ort des Geschehens, an seinen Überresten, durch Namen, durch einzelne Ereignisse. Die Erinnerungsorte zu pflegen und... nein: nicht mit Symbolen großer Geschichte, sondern mit Geschichten zu füllen, das ist der Weg einer Erinnerungskultur, die geeignet scheint, der zukünftig womöglich drohender Barbarei Widerstand zu leisten. In Berlin - und überall, wo es nötig ist.“
Den ganzen Artikel lesen sie in der STUTTGARTER ZEITUNG vom Donnerstag, den 06. Mai 2010, Seite Nr. 33





