Hintergrundinformationen zu den Briefen ehemaliger jüdischer Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts, die sich zur aktuellen Auseinandersetzung um das „Hotel Silber“ äußern:
Henry Kandler, in Stuttgart geboren als Heinz Kahn, lebt in New York. Er ist der Enkel von Paul Kahn und von Martin und Laura Diana Loeb. Paul Kahn wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 3.10.1942 ermordet. An ihn erinnert seit 2006 ein Stolperstein in der Hauptmannsreute 10. Mehr über seine Geschichte können Sie erfahren auf der Website der Stolperstein-Initiativen (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=187 ) sowie in einem Kapitel des Buches Stuttgarter Stolpersteine – Spuren vergessener Nachbarn. Martin und Diana Loeb wurden 1942 nach Haigerloch zwangsumgesiedelt. Martin Loeb ist dort am 7.6.1942 kurz vor der Deportation in den Osten gestorben Seine Frau wurde 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. . Mehr zu ihrer Geschichte und ihrem Schicksal können Sie erfahren auf der Website der Stolpersteininitiativen (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=326 ). Am 02.02.2011 erschien das Porträt "Vermächtnis eines Vaters" in der Stuttgarter Zeitung.
Charlotte Isler lebt in New York. Ihr Bruder Ernst Nussbaum lebt in Bethesda/USA. Ernst Nussbaum war Klassenkamerad des früheren Stuttgarter Bürgermeisters Rolf Thieringer am Karlsgymnasium. Die beiden sind Enkel von Sigmunde Friedmann, die im August 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde, wo sie 1944 starb. An sie erinnert seit März 2008 in der Hohenstaufenstraße 17A ein Stolperstein. Mehr zu ihrer Geschichte und ihrem Schicksal können Sie erfahren auf der Website der Stolpersteininitiativen (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=405).
Hannah Sondheimer Fleeter ist die Tochter von Dr. Martin Sondheimer, Nachbar der Friedmanns in der Hohenstaufenstraße und mit ihnen befreundet. Er war der Arzt des ehemaligen Stuttgarter Oberbürgermeisters Lautenschlager. Robert Strauss ist ebenfalls ein Freunds der Familie.
Erica Hecht Kanter lebt in Orlando/USA. Sie ist die Enkelin von Dr. Ludwig Hecht und Rosa Hecht, geb. Thalmessinger und die Großnichte von Otto Thalmessinger, dem Bruder von Rosa Hecht. Ihre Großeltern wurden im August 1942 von Ulm aus über Stuttgart nach Theresienstadt deportiert, wo sie starben. Otto Thalmessinger, seine Frau Else und deren Mutter Luise Henle wurden vor der Deportation nach Buchau zwangsevakuiert. Dort nahm sich Otto im Juli 1942 das Leben. Else und Luise wurden ebenfalls im August 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie kurz nach der Ankunft starben. Für Otto und Else Thalmessinger und für Luise Henle wurden im November 2006 in der Lenzhalde 42 Stolpersteine verlegt. Mehr zu ihrer Geschichte und ihrem Schicksal können Sie erfahren auf der Website der Stolpersteininitiativen (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=279)
Mark Meyer lebt in New York. Er ist der Enkel von Abraham Rimpel und der Neffe von Rosa Rimpel. Abraham Rimpel wurde 1940 im KZ Dachau ermordet, seine Tochter Rosa in einem KZ in Polen. Für beide werden am 29.April 2010 vor ihrer früheren Wohnung in der Sophienstraße Stolpersteine verlegt.
Richard Pick lebt in Mexico. Er ist der Sohn von Paul und Emma Pick. Beide wurden 1941 über Theresienstadt nach Riga deportiert, wo sie 1944 ermordet wurden. Für sie wurden 2008 Stolpersteine in der Augustendstraße 39b verlegt. Auf der Website der Stolpersteininitiativen berichtet Richard Pick über das Schicksal seiner Familie. (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=406 ) Richard Picks Großmutter mütterlicherseits, Lina Baum wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet. An sie erinnert seit 2008 auf dem Stuttgarter Marktplatz 19 ein Stolperstein.
Judith Lieblich Patarra lebt in Brasilien. Sie ist die Enkelin von Leon Lieblich und die Nichte von Sanna Lieblich. Jean-Claude Lazare lebt in Mulhouse; er ist verwandt mit den Lieblichs. Leon Lieblich wurde im August 1942 über Theresienstadt nach Treblinka deportiert, wo er im Oktober 1942 ermordet wurde. Stolperstein. Seine Tochter Anne wurde im April 1942 nach Izbica deportiert und von dort aus weitertransportiert in ein Vernichtungslager, vermutlich ebenfalls nach Treblinka. An beide erinnern seit März 2008 Stolpersteine in der Schickstraße 8. Mehr zu ihrem Schicksal können Sie erfahren auf der Website der Stolpersteininitiativen (Link: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=392 )
Walter Marx lebt in New York. Er ist der Enkel von Babette Marx und der Großneffe von Martin und Max Rothschild, sowie der Neffe des Dichters Leopold Marx und des Oberlandesgerichtsrates Alfred Marx. Alle drei wurden im August 1942 nach Theresienstadt deportiert; Babette und Max starben dort kurz nach der Ankunft, Martin ein Jahr später im Juli 1943. Für sie wurden im November 2006 in der Seelbergstraße 7 Stolpersteine verlegt. Leopold und Alfred Marx überlebten. Ausführliche Informationen zur Geschichte der Familie finden Sie auf der Website der Stuttgarter Stolpersteininitiativen. (Links: http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=284, http://www.stolpersteine-stuttgart.de/index.php?docid=285)
Ernst Sondheimer, Jg. 1923, war in der Libanonstraßé und später in der Azenbergstraße aufgewachsen, war Schüler der Falkertschule und des Reformgymnasiums in der Neckarstraße, dem heutigen Zeppelingymnasium. Im Jahr 1936 wurde er - zunächst allein - als 13jähriger in einem englischen Internat in Sicherheit gebracht. Seine Familie folgte ein Jahr später. Er ist der Bruder von Dr. Martin Sondheimer. Jedes Jahr kommt er nach Stuttgart, im Dezember 2009 besuchte er seine früheren Schulen und sein Elternhaus in der Azenbergstraße.





