Begrüßung
Öffentliches Nachdenken in der Denkpause
Woche für Woche haben wir uns als geschichtsbewusste Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts hier versammelt.
Wir haben durch unsere Präsenz gezeigt, dass dieser steinerne Zeuge des NS-Terrors nicht den Interessen geschichtsblinder Investoren geopfert werden darf, dass die dunklen Seiten der Stadt- und Landesgeschichte nicht überbaut werden dürfen.
Deutlich wurde: Kein Ort ist geeigneter, um hier im Gebäude der ehemaligen Gestapozentrale, im Zentrum des NS-Terrors in Württemberg, das längst überfällige NS-Dokumentationszentrum einzurichten.
Rede zum Beginn der Menschenkette
Wir bilden jetzt die Menschenkette ums Hotel Silber. Wir setzen damit – 4 Tage vor der wohl spannendsten Landtagswahl der baden-württembergischen Geschichte – ein Zeichen,
ein Zeichen dafür, dass die geschichtsbewussten Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts es nicht dulden werden, dass dieses Monument der NS-Geschichte Stuttgarts und Württembergs entsorgt wird,
Ein Zeichen dafür, dass das ganze Gebäude erhalten werden muss, dass wir nie mit einer gebauten Geschichtsfälschung einverstanden sein werden, einer Geschichtsfälschung, die den Blick einseitig auf die Zellen im Keller lenkt, die Stockwerke der 250 Schreibtischtäter abreißt und damit aus dem öffentlichen Bewusstsein entfernt.
Auszüge aus der Rede zum Abschluss der Menschenkette

Das Zeichen ist gesetzt. Wir geben das Hotel Silber nicht zum Abriss frei. Jetzt gilt es, den politisch Verantwortlichen wachsam auf die Finger zu schauen. In dieser Stadt, das sollten sie verstanden haben, kann niemand mehr über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden.
Das offene Auge ist nicht umsonst unser Markenzeichen. Zwei Dinge werden wir im Auge behalten:
Erstens: Was geschieht nach der Wahl? Wird sich der neue Landtag seiner historischen Verantwortung bewusst sein? Denn das Land kann wesentliches zu einer Lösung des Konfliktes beitragen: als Eigentümer dieses Gebäudes, als Investor und als politischer Erbe.
Zweitens: Die zweite Frage die wir im Auge behalten werden ist: wie wird sich der Stuttgarter Gemeinderat verhalten, wenn jetzt das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt wird.
Das sind unsere beiden Beobachtungspunkte, und bitte haltet alle die Augen und Ohren auf.
Ich verstehe diese Kette auch als Versprechen; wir versprechen den Politikern in Stadt und Land, dass wir nicht nachlassen werden in unserem Widerstand gegen die Abrisspläne und hartnäckig die Gründung des NS-Dokumentationszentrums in diesem Haus betreiben werden.





