In der Initiative Gedenkort „Hotel Silber“ sind mittlerweile 23 Initiativen bzw. Vereine zusammengeschlossen...
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Pressemitteilung der Stuttgarter Jusos vom 19. Mai 2010
Authentischer Ort für wirkungsvolles Gedenken: Für den Erhalt des Hotels Silber
Die Jusos Stuttgart kritisieren das Vorgehen der Gemeinderatsfraktionen, die den Abriss des Hotels Silber fordern. Auf der Veranstaltung der Grünen Ratsfraktion wurde das Projekt „DaVinci“ gelobt und als alternativlos dargestellt. Es wurde von einer „modernen“ Art des Gedenkens vor allem für die Jugend gesprochen. Die Jusos Stuttgart, die Jugendorganisation der SPD, stellen in Frage ob diese Art des Gedenkens für Jugendliche überhaupt wirkungsund sinnvoll sein kann.
Manuel Vowinkel, Mitglied des Kreisvorstandes der Jusos, äußerte sich auf der Veranstaltung der Grünen: „ Junge Menschen werden ständig über Schulbücher und andere Medien mit dem Nationalsozialismus konfrontiert, dies führt zu einer Art Abstumpfung des Zugangs zu diesem Thema. Jugendliche werden wirklich eindrücklich nur am Ort des Geschehens wie Konzentrationslagern oder hier in Stuttgart dem Hotel Silber mit der Geschichte konfrontiert. Das Hotel Silber ist ein präsenter Zeitzeuge und darf deswegen nicht abgerissen werden.“
Die Jusos Stuttgart sind geschockt über den Umgang mit der Geschichte und der damit verbundenen Verantwortung. Ebenfalls negativ aufgefallen ist den JungsozialistInnen, dass der Architekt des Gewinnerentwurfs, Behnisch, nach vermehrt kritischen Stimmen erklärungslos die Veranstaltung verließ, obwohl er zuvor noch für sein Bewusstsein hinsichtlich der großen Verantwortung gelobt wurde. Die Jusos Stuttgart fordern alle StadträtInnen auf, sich für den Verbleib des Gebäudes als Gedenk- und Dokumentationsstätte auszusprechen.
Was wir wollen
Wir wollen den authentischen Ort der ehemaligen Stuttgarter Gestapozentrale in Form des historischen Gebäudes in der Dorotheenstraße 10 in Stuttgart beim Karlsplatz – bekannt unter dem Namen „Hotel Silber“ - erhalten.
Dieses historische Gebäude „Hotel Silber“ soll als Gedenkstätte mit einem NS-Dokumentationszentrum, als Lernort und Bildungsstätte, mit einer Bibliothek und Räumen für Veranstaltungen eingerichtet werden – nach dem Vorbild des seit 1981 bestehenden EL-DE Hauses in Köln.
Die nach 1945 aufgebrachten Übertünchungen in den Kellerräumen sollen wieder behutsam wie in Köln entfernt werden, um festzustellen, ob und welche Inschriften und Zeichnungen der dort inhaftierten Menschen noch erhalten sind, um diese zu restaurieren.
Wir wünschen, dass eine ständige Ausstellung zum Thema „Stuttgart im Nationalsozialismus“ eingerichtet wird, die bei der Eröffnung der geforderten Gedenkstätte gezeigt wird.
Wir wünschen die Einrichtung einer Forschungsstelle, die weitere Unterlagen über die NS-Zeit in Stuttgart und Württemberg zusammenträgt und die Biographien von Opfern und auch von Täterinnen und Tätern erforscht.





