In der Initiative Gedenkort „Hotel Silber“ sind mittlerweile 23 Initiativen bzw. Vereine zusammengeschlossen...
... auf diesen Seiten erfahren Sie mehr zu den einzelnen beteiligten Initiativen, Vereinen und Verbänden.
<<< Wählen Sie aus dem Menu links!
zum Beispiel
Weissenburg e.V. – schwul-lesbisches Zentrum Stuttgart
Informationen zur NS-Verfolgung in unserer Region siehe folgenden Link zur Schwulst-Sonderausgabe Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft - Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit
Bis heute gibt es in Baden-Württemberg keinen Ort der Information und des Gedenkens für die homosexuellen Opfer von Verfolgung, Demütigung und Ausgrenzung während der Nazizeit und der Zeit danach bis zur Änderung des § 175 StGB im Jahr 1969. Nach unserem Kenntnisstand hat das Land Baden-Württemberg bis jetzt nichts für die historische Forschung und Aufarbeitung des NS-Unrechts an homosexuellen Menschen in unserer Region getan. Regionalen Diskriminierungs- und Verfolgungsmaßnahmen gegen Homosexuelle in Württemberg wurden - neben der Kripoleitstelle – im "Hotel Silber" von der Gestapoleitstelle Württemberg am Karlsplatz organisiert und durchgeführt. Nach 1945 hat das Polizeipräsidium Stuttgart am selben Ort seinen Sitz gefunden. Es war weiterhin für die strafrechtliche Verfolgung von Männern zuständig, die unter dem Verdacht eines Vergehen gegen den § 175 StGB standen. Der Weissenburg e. V., setzt sich dafür ein, dass in einer Dauerausstellung die Verfolgung Homosexueller in Baden-Württemberg – gleichberechtigt neben den anderen Opfergruppen – dargestellt und an deren Schicksale erinnert wird. Nach unserer Auffassung eignet sich kein Ort besser für ein landesweites NS-Dokumentationszentrum für ausnahmslos alle Opfergruppen und Widerstandskämpfer als das „Hotel Silber“ mitten im Herzen der Landeshauptstadt Stuttgart.
- Aktion bei der Veranstaltung "Gedenkorte in Stuttgart" am 17.07.2010
ausstellung zur homosexuellenverfolgung in stuttgart
Artikel aus „schwul in freiburg“, heft juni juli 2010
Lange Zeit war die systematische Verfolgung und Vernichtung Homosexueller durch die Nationalsozialisten ein Tabuthema. In keiner Gedenkstätte in Baden-Württemberg werden bisher homosexuelle Opfer erwähnt. Kaum etwas ist über dieses traurige Kapitel heute noch bekannt. Wer Licht ins Dunkel bringen möchte, stößt zudem auf verschiedene Probleme: Nicht nur, dass SA und Gestapo kurz vor Kriegsende die meisten Dokumente verbrannten, die Homosexuellen wurden außerdem auch in der Bundesrepublik bis 1969 nach §175 (immer noch in der durch die Nazis verschärften Form von 1935) verurteilt. Während der Schrecken für alle anderen Opfergruppen mit der Befreiung vom Faschismus ein Ende hatte, ging die Verfolgung Homosexueller mehr oder weniger unverändert weiter. Zwar hieß das Urteil nicht mehr KZ, aber Haftstrafen wurden weiterhin verhängt, und eine Verurteilung bedeutete mitunter den gesellschaftlichen Ruin, weshalb sich viele überlebende Zeitzeugen bedeckt hielten und ihr Wissen verloren ging.
In Stuttgart machte sich die Rosa-Winkel-Initiative des Weissenburg e.V. gemeinsam mit den Stuttgarter Stolperstein-Initiativen daran, Schicksale von Opfern nachzuvollziehen und Informationen über die Verfolgung zur Nazi-Zeit, sowie schwules Leben in Stuttgart von der Weimarer Republik bis zur Lockerung des §175 im Jahre 1969 zusammenzutragen, Dokumente und Akten auszuwerten und vergessenes Wissen in mühsamer Mosaikarbeit zu rekonstruieren. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Stadtarchiv wurde die Ausstellung „Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft – Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit“ des Kulturring Berlin e. V. nach Stuttgart geholt und im Rathaus ausgestellt, ergänzt um zahlreiche Schautafeln mit den lokal recherchierten Informationen.
Die Ausstellung wurde mit einer Eröffnungsveranstaltung im großen Sitzungssaal des Rathauses eingeweiht, bei der Dr. Burkhard Jellonnek, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlands und Autor grundlegender Veröffentlichungen zum Thema, den Vortrag „Nationalsozialistischer Terror gegen Homosexuelle“ hielt. Der Stuttgarter Chor „Rosa Note“ sorgte für eine eindrucksvolle musikalische Betrachtung des Themas. Sehr viele Besucher waren zur Eröffnung ins Rathaus gekommen – weit mehr als erwartet. Auch das überwältigende und durchweg positive Feedback der zahlreichen Besucher aus allen Altersschichten zeigte deutlich, dass starkes Interesse am Thema vorhanden ist. Für viele wurde schwule Geschichte erstmals begreifbar und nachvollziehbar, und so mancher stand nachdenklich vor den Schautafeln und begriff, welches große Glück wir mit unserer mühsam erkämpften Freiheit heutzutage doch haben.
Bis spät in den Abend wurde bei Sekt und Brezeln diskutiert, gelesen, gestaunt aber auch viel gelobt und gedankt. Es flossen sogar ein paar Freudentränen, weil endlich die Mauer des Schweigens durchbrochen wurde und zumindest ein paar Opfer aus der Vergessenheit befreit wurden.
Weitere interessante Veranstaltungen fanden während der Ausstellung statt, von der Filmvorführung über weitere Vorträge bis zur Stadtführung. Außerdem wurden in Stuttgart erstmals auch zwei Stolpersteine für homosexuelle Opfer verlegt, vier weitere sind bereits geplant.
Die für die Ausstellung recherchierten Informationen veröffentlichte das Schwulst in Zusammenarbeit mit dem Weissenburg e.V. sehr ausführlich in einer 48-seitigen Sonderausgabe, die ebenfalls bereits viel Lob und Anerkennung erhielt. Weitere Informationen und Bildergalerien von den Veranstaltungen und Stolpersteinverlegungen auf www.schwulst.de.
Die Schwulst-Sonderausgabe kann bei der Rosa Hilfe in Freiburg oder gegen einen mit € 1,45 frankierten C5 Rückumschlag an folgende Adresse bezogen werden:
Schwulst e.V. c/o Buchladen Erlkoenig Kennwort „Sonderausgabe“ Nesenbachstr. 52 70178 Stuttgart
© by Schwulst e.V. 2010

>Hier< können Sie den den ganzen Artikel als PDF downloaden

- Teilnahme der Rosa-Winkel-Initiative der Weissenburg e. V. beim CSD 2009 in Stuttgart
Die NS-Verfolgung Homosexueller sichtbar machen:

Die Verfolgung der Homosexuellen (in der NS-Zeit und nach dem Krieg durch die Kripo im Hotel Silber)
Viel Zuspruch erhielt der Politische Rundgang am 10.03.2011.
Veranstaltet wurde er von der Weissenburg e.V., dem schwul-lesbischen Zentrum Stuttgart.
Am Leonhardsplatz 15 wurde im Jahr 2010 der erste Stuttgarter Stolperstein für einen Homosexuellen verlegt. Vor Ort erinnerte Elke Martin von der Stolpersteininitiative an Willi Karl App, für den dieser Stein verlegt wurde.
Zuvor sprachen am "Hotel Silber" Joachim Stein von der Weissenburg über das Thema "Hotel Silber und die Verfolgung der Homosexuellen - auch nach 1945" und Chris Michl von der IG CSD. Er stellte den Bezug zum diesjährigen CSD-Motto "GENERATION ZUKUNFT" und der damit verbundenen Schirmherrschaft der CDU her.
Rede von Joachim Stein (Auszug)
Rede von Chris Michl
Hintergrundinformationen
Was wir wollen
Wir wollen den authentischen Ort der ehemaligen Stuttgarter Gestapozentrale in Form des historischen Gebäudes in der Dorotheenstraße 10 in Stuttgart beim Karlsplatz – bekannt unter dem Namen „Hotel Silber“ - erhalten.
Dieses historische Gebäude „Hotel Silber“ soll als Gedenkstätte mit einem NS-Dokumentationszentrum, als Lernort und Bildungsstätte, mit einer Bibliothek und Räumen für Veranstaltungen eingerichtet werden – nach dem Vorbild des seit 1981 bestehenden EL-DE Hauses in Köln.
Die nach 1945 aufgebrachten Übertünchungen in den Kellerräumen sollen wieder behutsam wie in Köln entfernt werden, um festzustellen, ob und welche Inschriften und Zeichnungen der dort inhaftierten Menschen noch erhalten sind, um diese zu restaurieren.
Wir wünschen, dass eine ständige Ausstellung zum Thema „Stuttgart im Nationalsozialismus“ eingerichtet wird, die bei der Eröffnung der geforderten Gedenkstätte gezeigt wird.
Wir wünschen die Einrichtung einer Forschungsstelle, die weitere Unterlagen über die NS-Zeit in Stuttgart und Württemberg zusammenträgt und die Biographien von Opfern und auch von Täterinnen und Tätern erforscht.










