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Präsentation der Website des „AK Zwangsarbeit in Stuttgart“

mit Vortrag von Professor Mark Spoerer, Universität Regensburg: „Zwangsarbeit im Dritten Reich. Entwicklung, Verdrängung, Aufarbeitung“

20. Januar 2026 19:00 21:00

Hotel Silber, Dorotheenstraße 10
70173 Stuttgart

Am 20.01.2026 stellt AK Zwangsarbeit in Stuttgart die Website zur Zwangsarbeit der Öffentlichkeit vor und wir laden Sie herzlich ein.

Wir bitten um Anmeldung per EMail unter: anmeldung@hotel-silbet.de

Professor Mark Spoerer, Mitautor des Buchs über „Zwangsarbeit bei Daimler-Benz“, wird mit seinem Vortrag in das Thema Zwangsarbeit einführen.
Sonja-Maria Bauer und Norbert Prothmann, „AK Zwangsarbeit in Stuttgart“, präsentieren die Website.

Rund 13 Mio. ZwangsarbeiterInnen aus vielen Ländern Europas (Belgien, Frankreich, den Niederlanden, vor allem aber aus Polen und der Sowjetunion) wurden von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Sie mussten hier zu Niedriglöhnen die Kriegswirtschaft aufrechterhalten. In Stuttgart waren besonders viele ZwangsarbeiterInnen: geschätzt 40.000. Wir wissen bis heute wenig über ihr Schicksal. Ihre Geschichte wurde und wird oft verdrängt. Der „Arbeitskreis Zwangsarbeit in Stuttgart“ hat das Ziel, die Geschichte dieser verschleppten Menschen in Stuttgart zu erforschen und die Zwangsarbeit in der Stuttgarter Erinnerungskultur zu verorten.
Beispielhaft seien genannt: Nina Smirnowa aus Leningrad kam mit 23 Jahren 1942 in ein Lager nach Stuttgart und stellte als Zwangsarbeiterin Maschinenteile her. Sie überlebte Zwangsarbeit und Krieg.
Viele andere, vor allem Kinder in den Zwangsarbeiterlagern starben oft wegen mangelnder Ernährung bzw. medizinischer Versorgung, wie Welja Chrienko (14.05.1944-13.08.1944) im Zwangsarbeiterlager auf der Schlotwiese in Zuffenhausen, Anatol Bondorenko, (18.03.1945-29.051945) im „Russenlager“ in Vaihingen oder Jurik Fedotow (*12.09.1935 in der Nähe von Leningrad), der Mutter oder Vater zur Zwangsarbeit nach Deutschland begleiten musste und am 9. April 1944 im Lager in Weilimdorf starb.

Andere ZwangsarbeiterInnen starben bei Bombenangriffen wie die Brüder Adam und Petro Drosd aus der damaligen Sowjetunion mit knapp 17 und 18 Jahren 1943 in Stuttgart-Münster.

Julia Miranowitsch (Jg. 1926) aus Russland kam als junges Mädchen hierher zur Zwangsarbeit. Bei der Besetzung Stuttgarts im April 1945 ging sie voller Freude über die Befreiung mit einem Blumenstrauß den alliierten Truppen entgegen – und wurde versehentlich erschossen.

Welches Ausmaß die Zwangsarbeit in der Landeshauptstadt hatte, dokumentiert der „AK Zwangsarbeit in Stuttgart“ auf einer Website. Zentral dabei ist eine interaktive, digitale Karte, die die Vielzahl der Lager und Unterbringungsorte für ZwangsarbeiterInnen zeigt, verstreut über das ganze Stadtgebiet. In umfangreicher Recherche haben Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zudem die Schicksale von Menschen zusammen- getragen, die die Gräuel der Zwangsarbeit nicht überlebt haben und in Stuttgart gestorben sind.

Am 20.01.2026 stellen wir die Website zur Zwangsarbeit der Öffentlichkeit vor und laden Sie herzlich ein.
Professor Mark Spoerer, Mitautor des Buchs über „Zwangsarbeit bei Daimler-Benz“, wird mit seinem Vortrag in das Thema Zwangsarbeit einführen.
Sonja-Maria Bauer und Norbert Prothmann, „AK Zwangsarbeit in Stuttgart“, präsentieren die Website.
Veranstalter: AK Zwangsarbeit in Stuttgart und Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber

Erstellung bzw. Präsentation der Website werden gefördert von: Kulturamt der Stadt Stuttgart IG Metall Stuttgart