Zwischen Unsichtbarkeit, Repression und lesbischer Emanzipation – Frauenliebende* Frauen im deutschen Südwesten 1945 bis 1980er Jahre
29. April 2026 – 18:00 – 21:00
Abschlussveranstaltung des Projekts
„Hotel Silber“, Eintritt frei
Anmeldung unter veranstaltungen-hs@hdgbw.de
Ziel des gemeinschaftlichen Forschungsprojekts „Zwischen Unsichtbarkeit, Repression und lesbischer Emanzipation – Frauenliebende* Frauen im deutschen Südwesten 1945 bis 1980er Jahre“ ist es, Lebenswelten von frauenliebenden Frauen* außerhalb der großen Metropolen wie Berlin oder Hamburg zu erschließen. Es wird vom MWK Baden-Württemberg finanziert und ist an den Universitäten Heidelberg und Freiburg angesiedelt.
Ende 2022 wurde das Anforschungsprojekt „Alleinstehende Frauen“, „Freundinnen“, „Frauenliebende Frauen“ – Lesbische* Lebenswelten im deutschen Südwesten (ca. 1920er-1970er Jahre), in dem die Forscher*innen die Ausgestaltung lesbischer* Lebenswelten in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus untersucht wurde, erfolgreich abgeschlossen. Am 01.05.2023 beginnt ein neues Projekt, in dem die Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre, geografisch nach wie vor auf den deutschen Südwesten fokussiert, analysiert wird. Das Projekt verortet sich innerhalb der queeren Zeitgeschichte.
Im Zentrum steht die Untersuchung der Nachwirkungen des Nationalsozialismus sowie der bislang noch kaum erforschte Alltag der frauenliebenden* Frauen, ihre Lebensbedingungen und der politische Aufbruch der Lesbenbewegung. Endpunkt und Zäsur der Forschungen stellt die Entstehung der Lesbenbewegung im Rahmen der Neuen Frauenbewegung seit den späten 1970er, frühen 1980er Jahren dar. Die Forschungen werden durch die These geleitet, dass die deutschlandweiten Zäsuren 1945 resp. 1949 ebenso wie die für Baden und Württemberg zusätzlich relevanten Zäsuren 1946 und 1951 die rechtlichen Rahmenbedingungen lesbischen* Lebens zwar veränderten, juristische Praktiken davon aber vielfach abwichen. Kontinuitäten prägten den Lebensalltag zunächst stärker als Brüche, die neue Möglichkeitsräume eröffnet hätten. Dies gilt auch für gesellschaftliche Normen sowie für die implizite und explizite Geschlechter- und Familienpolitik, die lesbisches* Leben prägten. So stehen Fragen in Bezug auf die Nachwirkungen von rechtlichen Regelungen auf lesbisches* Leben aus dem Nationalsozialismus ebenso im Fokus, wie das Erforschen von nachträglichen Auseinandersetzungen betroffener Frauen mit ihren Erlebnissen während des NS. Eine zentrale Analysekategorie des Projekts ist dabei die Heteronormativtät, mit deren Hilfe gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen und die daraus resultierende Abgrenzung und der Ausschluss alternativer Lebensformen aufgeschlüsselt werden können.
Foto von Anke-Rixa Hansen, mit freundlicher Unterstützung des FrauenMediaTurm, Köln und Mahide Leinhttps://www.hist.uni-heidelberg.de/de/seminar-bibliothek/struktur/professuren/wirtschafts-und-sozialgeschichte/forschung/zwischen-unsichtbarkeit-repression-und-lesbischer-emanzipation-frauenliebende-frauen-im-deutschen
