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25. September: 80.Jahrestag der Ermordung von Anton Hummler und Max Wagner durch die NS-Justiz

Am 25.September 2024 jährt sich die Ermordung von Anton Hummler und Max Wagner zum 80. Mal.
Die beiden Männer wurden als Teil einer kommunistischen Widerstandsgruppe verraten und bei dem Versuch einen jüdischen Arzt über die Schweizer Grenze zu bringen verhaftet.
Ihren Widerstand ahndete der NS-Staat als „Hochverrat“. Sie wurden am 25.September 1944 hingerichtet.

Heinz Hummler, Sohn von Anton Hummler und Mitglied der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber, war 12 Jahre alt, als die Gestapo in die elterliche Wohnung eindrang und alles durchwühlte. Er hatte nichts von der Widerstandstätigkeit seiner Eltern gewusst.  
Sie hatten die Abziehmaschine zum Vervielfältigen von Flugblättern in ihrem Kohlenkeller, wie alle ihre Aktivitäten gegen den NS-Staat, aus Sicherheitsgründen auch vor den eigenen Kindern versteckt.
Heinz begleitete in den Tagen nach der Verhaftung seine Mutter zum Gestapo-Gefängnis, um dort frische Wäsche für den Vater abzugeben. In seinen blutigen Kleidern konnte Anton Hummler einen Kassiber, einen kleinen Zettel mit einer Nachricht, verstecken, der den Verräter in der Gruppe enttarnte. So konnte Frieda Hummler noch Freunde und Bekannte warnen.

Wir möchten am Todestag von Anton Hummler und Max Wagner den mutigen Widerstand gegen den Nazifaschismus erinnern, den sie und ihre Familien unter Einsatz ihres Lebens geleistet haben.

Anton Hummler beim Spaziergang mit seinem Sohn Heinz

Text von Wolfgag Kress, Stolperstein-Initiative Stuttgart West

Anton Hummler wurde am 12. Februar 1908 in St. Gallen in der Schweiz geboren. Er war das älteste von zehn Kindern, was ihn früh lehrte, Verantwortung zu übernehmen. Nach der Schule arbeitete er sechs Jahre als Landarbeiter. 1927 kam er nach Stuttgart als Maschinenarbeiter zu Bosch, wo er sich zum Maschineneinsteller qualifizieren konnte. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise war er mehrere Jahre arbeitslos, bis er bei Bosch wieder eine feste Anstellung fand. Zusammen mit seiner Frau Frieda hatte er einen Sohn und zwei Töchter, denen er ein liebevoller Familienvater war. Von Bekannten wie von Arbeitskollegen wurde er wegen seiner Zuverlässigkeit, seines Fleißes und seines freundlichen Wesens geschätzt.

1929 war Anton Hummler dem Thälmann nahen Arbeitersportverein “Rote Sportler” beigetreten und entwickelte sich, durch die Arbeitslosigkeit unterstützt, zum überzeugten Antifaschisten. 1930 schloss er sich dem “Kampfbund gegen den Faschismus” sowie der KPD an. Hitler, so war ihm nach dem Lesen von “Mein Kampf” klar geworden, bedeutete Krieg.

Max Wagner wurde am 25. Oktober 1899 als Sohn eines Schlossers in Oberesslingen geboren. Er hatte insgesamt sechs Geschwister. Nach der Schule lernte er Steindrucker. Im Juli 1917 wurde er eingezogen und kam im Frühjahr 1918 an die Westfront. Nach einer Verwundung lag er sechs Wochen im Lazarett, kam zurück an die Front und geriet im August 1918 in englische Gefangenschaft. Erst im Oktober 1919 war der Erste Weltkrieg für ihn zu Ende, und er konnte wieder heimkehren. Wagner arbeitete nun als Steindrucker und Hilfsarbeiter, von 1936 bis 1939 war er Ankerwickler bei Bosch. Dann wurde er wegen einer Erkrankung zu 70 % erwerbsunfähig geschrieben. Er bekam eine kleine Rente, die er durch Heimarbeit aufzubessern versuchte. Er war verheiratet und hatte aus erster Ehe zwei Kinder.

Als Steindrucker war er Mitglied des gewerkschaftlichen Berufsverbands gewesen. Außerdem war er im Arbeiter-Radfahrverein “Solidarität”. Im Jahr 1930 trat er der KPD bei.

Anton Hummler und Max Wagner kannten sich wohl schon vor 1933. 1937 oder 1938 – Anton Hum