Aktuelles Beitrag Erinnerungskultur

21.Februar 2024: Hinrichtung vor 80 Jahren

Gedenken an die Résistance-Kämpferin Olga Bancic

Mittwoch, 21. Februar 2024
17:30 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich der Ehrung der Widerstandsgruppe Manouchian, zu der Olga Bancic gehörte, im Panthéon in Paris
Ort: Gedenk-Stelen vor dem Gerichtsgebäude. ( Bei sehr schlechtem Wetter im Landgericht Saal 153)
Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart, Haltestelle Charlottenplatz

Artikel von Torsten Schöll über Olga Bancic in der Stuttgarter Zeitung

SWR Aktuell- Beitrag von Tina Fuchs (22:24)

Ehrungszeremonie für Missak Manouchian am 21.2.2024 im Französischen Fernsehen

Mit: Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin Stuttgart Mitte und Elke Banabak, Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.
und weiteren Wortbeiträgen von:

Hans-Peter Rumler, Präsident des Landgerichts Stuttgart
Gaël de Maisonneuve, französischer Generalkonsul in Stuttgart,
Vlad Vasiliu, rumänischer Generalkonsul,
Eugen Friesen, Honorarkonsul der Republik Moldau in Stuttgart .


Francoise Rudisile und Dr. Mascha Riepl-Schmidt lesen den Abschiedbrief, den Olga Bancic kurz vor ihrer Hinrichtung an ihre Tochter schrieb, auf Deutsch und Französisch.

Musikalische Umrahmung: Wilma Heuken, Akkordeon, Gesang

Im Anschluss:
ca. ab 18:30 Uhr, kleiner Empfang im Hotel Silber, Dorotheenstraße 10,
und

19:00 Uhr Vortrag von Dr. Florence Hervé: Olga Bancic: Eine Migrantin in der Geheimarmee der RésistanceZum transnationalen Widerstand von Frauen in Frankreich

Mit freundlicher Genehmigung der Künstler*innen wird das Musikvideo „L’affiche rouge“ der französischen Band „Feu! Chatterton“ gezeigt (Regie: Sacha Teboul).

Veranstalter*innen:  Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber
Mit Unterstützung durch den Bezirksbeirat Stuttgart Mitte

80 Jahre nach Hinrichtung Olga Bancic in Stuttgart, laden wir zu einer Gedenkveranstaltung an den Ort der Hinrichtung. Die Widerstandskämpferin war die einzige Frau der Resistance-Gruppe Manouchian, die ein deutsches Militärgericht im Februar 1944 in Paris zum Tode verurteilt hatte. Hingerichtet in Stuttgart im nördlichen Lichthof des alten Justizgebäudes in der Urbanstraße. Ihr Namen steht auf den Stelen vor dem Gebäude, die 2019 zum Gedenken an die Menschen aufgestellt wurden, die dort während der NS-Zeit getötet worden waren. 

Ehrung in Paris

Am 21. Februar 2024, dem 80 Jahrestag seiner Hinrichtung, wird Missak Manouchian  ins Pariser Panthéon aufgenommen – als erster ausländischer Widerstandskämpfer. Mit Manouchian wurden 1944 21 weitere Männer der Resistance – meist politische Flüchtlinge – zum Tode verurteilt. Und eine Frau, Olga Bancic, ebenfalls eine Migrantin.

Die „Panthéonisation“ ist die größte Ehrung, die Frankreich zu vergeben hat. In der Pariser Ruhmeshalle ruhen unter anderem Victor Hugo, Voltaire, Émile Zola und Marie Curie.

Olga Bancic ist 1912 in Kischinau (Chișinău) geboren. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf. Kischinjow, die heutige Hauptstadt der Republik Moldau, gehörte damals zum russischen Zarenreich, ab 1918 zu Rumänien. Wegen ihres politischen Engagements ist Bancic mehrmals verhaftet worden; 1938 floh sie nach Frankreich. Vieles ist immer noch unbekannt oder umstritten, denn die Details von Bancics Leben sind wenig erforscht.

In Stuttgart hingerichtet

Nach der Besetzung von Paris durch die die Wehrmacht 1940  hatte sich Bancic und ihr Mann einer Resistance-Gruppe angeschlossen, die vor allem aus Geflüchteten bestand. Darunter auch junge Männer, die aus jüdischen Familien stammten. Die Gruppe wurde nach ihrem armenischen Anführer „Gruppe Manouchian“ genannt.

Anfang November 1944 wurden Missak Manouchian, Olga Bancic und weitere 21 Kämpfer der Gruppe verhaftet und später von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Die Männer ließ man am 21. Februar 1944 in Paris hinrichten, Olga Bancic am 10. Mai in Stuttgart.

Die Hingerichteten stammten aus Armenien, Italien, der heutigen Republik Moldau, Rumänien, Polen, Spanien, Ungarn und Frankreich. 

Fotos: R.Dörflinger

Fotos: Lea-Theresa Berg, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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