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15. Oktober 2023: Matinee “20 Jahre Stolpersteine für Stuttgart — Zukunft braucht Erinnerung”

Zukunft braucht Erinnerung

Sonntag, 15.10.2023, 11 Uhr im Schauspiel Stuttgart, Oberer Schlossgarten 6

Am 10. Oktober 2023 jährt sich die Verlegung der ersten Stolpersteine in Stuttgart-Ost zum 20. Mal. Seit dem 15. März 2003 erinnern mehr als eintausend Stolpersteine im gesamten Stadtgebiet an verfolgte, vertriebene und ermordete Opfer des NS-Regimes. Grund genug, auf die Entwicklung dieses bürgerschaftlichen Projekts zurückzublicken, nach den Perspektiven der Erinnerungskultur (auch über die Stolpersteine hinaus) zu fragen und natürlich auch angemessen zu feiern. Zur Jubiläumsveranstaltung am Sonntag, den 15. Oktober 2023, die deshalb nicht von ungefähr den Titel „Zukunft braucht Erinnerung“ trägt, lädt die Stuttgarter Stolperstein-Initiative Sie zusammen mit der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. recht herzlich ins Schauspielhaus ein.

Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, hat ihre Teilnahme ebenso zugesagt wie der Erste Bürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, Dr. Fabian MayerGabriele Hintermaier und Boris Burgstaller vom Schauspiel-Ensemble beleuchten ausgewählte Schicksale hinter den Stolpersteinen. Für den musikalischen Rahmen sorgen das Gismo-Graf-Trio und die BigBand des Evangelischen Mörike-Gymnasiums (Saal) sowie der Akkordeonist Frank Eisele und die NaturFreunde Kulturgruppe “Die Marbacher” (Foyer). In einer Gesprächsrunde werden sich Menschen, für deren Angehörige Stolpersteine verlegt wurden, mit Akteur:innen der Stuttgarter Erinnerungskultur austauschen. Mehr über das Programm auf beigefügter Karte, die es hier zum Download gibt.

Im oberen Foyer des Schauspielhauses Stuttgart wird noch bis 1. November 2023 die begehbare Skulptur „Dreiunddreißig“ von Min Bark und Jan-Hendrik Pelz zu sehen sein. Sie entstand im Rahmen des Projekts StolperKunst und bezieht sich auf den Stolperstein für den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Albert Mainzer in der Sonnenbergstraße 33. Die Künstlerin und der Künstler sind am 15. Oktober anwesend.

Außerdem werden am 15. Oktober im Foyer Video-Clips und Kurzfilme aus der Serie „StolperBlick“ gezeigt.

Dreiunddreißig

von Min Bark und Jan-Hendrik Pelz

In der Stuttgarter Sonnenbergstrasse 33 lebte bis 1933 der jüdische Rechtsanwalt Dr. Albert Mainzer mit seiner Frau Franziska Mainzer (geb. Grünwald). Nach ihrer Deportation wurde das Ehepaar ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Dr. Mainzer starb 1944 in Auschwitz.

Die Arbeit „Dreiunddreißig“ bezieht sich auf die Vergangenheit des Hauses und dessen Bewohner, wobei die überdauerten Relikte des Ortes als Grundlage für eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart dienen. Die Abbildungen in Form von Ölmalereien und Teppichen zeigen Artefakte aus der Zeit um 1933, die im Wohnhaus heute noch sichtbar sind. Im Inneren der Installation gibt eine Klanginstallation Auskunft über das Leben und den Tod der ehemaligen Bewohner.

„Dreiunddreißig“ erschließt sich dem Betrachter als „begehbare Skulptur“ von innen sowie von außen.

Min Bark entwarf die Form der Skulptur und setzte diese werktechnisch um, während Jan-Hendrik Pelz an der Malerei sowie an der Bildgestaltung arbeitete.

„Dreiunddreißig“ entstand im Rahmen des Projekts StolperKunst der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.

Der Stolperstein für Dr. Albert Mainzer liegt in der Sonnenbergstraße 33

Vom 10. Oktober bis zum 1. November steht die Skulptur im Oberen Foyer des Schauspielhauses Stuttgart.
Weitere Aufstellungsorte sind geplant.

Foto Jan-Hendrik Pelz.

Fotos: copyright Fotograf Peter Pöschl

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